Niemals Rosen für sexualisierte Gewalt
Wir haben fertig gesammelt. Am 10. Dezember haben wir 2780 Unterschriften an CH Media übergeben. Gemeinsam haben wir gezeigt: Mutmassliche Stalker haben keine Bühne verdient. Jetzt muss CH Media handeln! Aber: Unser feministischer Einsatz muss weitergehen, wir müssen weiterkämpfen! Was du jetzt noch tun kannst:
Danilo Sellaro ist der derzeitige Schweizer Bachelor – und hat 2022 mutmasslich seine Ex-Freundin über mehrere Monate gestalkt. Wie die BaZ berichtete, wurde in Deutschland ein Gewaltschutzantrag gerichtlich gutgeheissen. Gemäss dieser Anordnung durfte er sich seiner Ex-Freundin nicht mehr nähern. Das scheint den TV-Sender 3+ nicht zu interessieren. Die Reality-TV-Show, in der der mutmassliche Stalker die grosse Liebe sucht, wird weiterhin ausgestrahlt. Das ist ein Hohn gegenüber allen Betroffenen von sexualisierter Gewalt! 3+ sendet ein klares Zeichen: Wir haben kein Problem mit solchen Geschehnissen. Die rape culture in unserer Gesellschaft wird zementiert, das ist inakzeptabel!
Wir fordern vom Sender 3+ und der dahinterstehenden CH-Media-Gruppe:
- Die Ausstrahlung der aktuellen „Bachelor“-Staffel soll sofort gestoppt werden
- 3+ und CH Media müssen die Zulassung von Danilo Sellaro aufarbeiten
- Zur Sendezeit der aktuellen Staffel soll stattdessen ein Präventionsprogramm zu sexualisierter Gewalt ausgestrahlt werden
- Bei der nächsten Staffel und ähnlichen Sendungen muss es für Kandidaten umfangreichere Prüfungen geben, sowie Kriterien zur Gewaltprävention
Der derzeitige Schweizer Bachelor Danilo Sellaro hat 2022 mutmasslich seine Ex-Freundin gestalkt, und zwar so extrem, dass sie beim Amtsgericht Frankfurt am Main einen Gewaltschutzantrag gestellt hat. Dieser amtliche Beschluss liegt der Redaktion der BaZ vor. Gemäss dem Beschluss soll sich Sellaro seiner Ex-Freundin während sechs Monaten nicht nähern und sie nicht kontaktieren dürfen. Sellaro setzt sich bisher nicht mit den Vorwürfen auseinander, sondern stellt gegenüber der Zeitschrift Schweizer Illustrierte sogar in Frage, ob die Vorwürfe stimmen. Jetzt ist er in der Reality-TV-Sendung „Der Bachelor“, die im Moment ausgestrahlt wird. Obwohl die Vorfälle seit Monaten bekannt sind, und die betroffene Ex-Freundin sich sogar in den sozialen Medien dazu geäussert hat, wird die Reality-TV-Sendung weiter ausgestrahlt. Der TV-Sender 3+, der zu CH Media gehört, sieht gemäss Berichterstattung bisher kein Problem im Gewaltschutzantrag, schliesslich sei davon im Strafregisterauszug von Danilo Sellaro nichts zu sehen. Im Sommer dieses Jahres hat das Schweizer Parlament Stalking endlich als Straftat anerkannt. Dieser Schritt war längst überfällig, Länder wie Deutschland, Österreich und Grossbritannien kennen Stalking-Paragraphe im Strafgesetzbuch bereits seit Jahrzehnten. Statt dringend notwendige Aufklärungsarbeit zu leisten, macht der Sender 3+ das Gegenteil: Er gibt mutmasslichen Tätern eine Plattform, trotz vorliegendem Gewaltschutzantrag. Das gefährdet die Sicherheit der Teilnehmenden und ist ein Hohn gegenüber allen Betroffenen von sexualisierter Gewalt! Indem 3+ einen mutmasslichen Stalker zum begehrenswerten Protagonisten der Sendung macht, wird einem mutmasslichen Täter ohne jegliche Reflexion eine riesige Bühne geboten. 3+ sendet ein klares Zeichen: Wir haben kein Problem mit solchen Geschehnissen. Die rape culture unserer Gesellschaft wird zementiert, das ist inakzeptabel! Das dürfen wir nicht zulassen! Die Ausstrahlung der aktuellen „Bachelor“-Staffel soll sofort gestoppt werden, 3+ und CH Media müssen die Zulassung von Danilo Sellaro aufarbeiten und die Sendezeit des Bachelors für ein Präventionsprogramm gegen sexualisierte Gewalt nutzen.